Worum es geht
Botulinumtoxin – im Volksmund einfach „Botox“ genannt – ist weit mehr als ein Mittel gegen Stirnfalten. In Folge 58 von Ästhetik on Air sprechen Maximilian Demann und Dr. Viktor Molnar ausführlich darüber, wo und wie Botulinumtoxin eingesetzt wird, welche Wirkung dahintersteckt und wie es sich von der Hyaluronsäure unterscheidet. Eine Folge, die viele Fragen beantwortet […]
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Botulinumtoxin – im Volksmund einfach „Botox“ genannt – ist weit mehr als ein Mittel gegen Stirnfalten. In Folge 58 von Ästhetik on Air sprechen Maximilian Demann und Dr. Viktor Molnar ausführlich darüber, wo und wie Botulinumtoxin eingesetzt wird, welche Wirkung dahintersteckt und wie es sich von der Hyaluronsäure unterscheidet. Eine Folge, die viele Fragen beantwortet – und einige Dinge ins rechte Licht rückt.
Das besprechen die beiden in dieser Folge
- Einführung: Was ist Botulinumtoxin und wie wird es allgemein angewendet?
- Botox und seine Anwendungen: Von der Ästhetik bis zur Neurologie – wo wirkt das Toxin überall?
- Hyaluronsäure im Vergleich: Was macht Hyaluronsäure, was Botox nicht kann – und umgekehrt?
- Langzeitfolgen und Alternativen: Warum ist Hyaluronsäure nicht immer die erste Wahl zur Alterungsprozessverlangsamung?
Botox wirkt weit über das Gesicht hinaus
Viele Menschen verbinden Botulinumtoxin ausschließlich mit Faltenbehandlungen im Gesicht. Dr. Viktor Molnar erklärt in dieser Folge jedoch, dass das Anwendungsspektrum deutlich breiter ist. So wird das Toxin beispielsweise in der Neurologie eingesetzt – etwa bei Menschen mit Spastiken, bei denen bestimmte Muskeln dauerhaft angespannt sind und sich kaum noch strecken lassen. Durch gezielte Injektionen kann der betroffene Muskel entspannt werden, was die Pflege und die Beweglichkeit erheblich erleichtern kann.
Auch bei übermäßigem Schwitzen – medizinisch Hyperhidrose genannt – kommt Botulinumtoxin zum Einsatz. Besonders bekannt ist die Behandlung der Achseln. Aber auch die Hände können behandelt werden, wenngleich das laut Dr. Molnar aufgrund der notwendigen Anzahl an Injektionspunkten etwas aufwendiger ist. Ein interessanter Nebeneffekt: Wer Botox in der Stirn hat, schwitzt dort im Sommer deutlich weniger – was mitunter als indirekter Hinweis auf eine Behandlung wahrgenommen werden kann.
Die Wirkung: Ein Gift in winziger Dosierung
Dr. Molnar macht in der Folge deutlich, dass Botulinumtoxin seinem Wesen nach ein Gift ist – allerdings in der Ästhetik in so geringen Mengen eingesetzt wird, dass von einer systemischen Wirkung keine Rede sein kann. „Die Menge für die Mimik ist ja Mikrobereich, also wirklich kleiner als ein Wassertropfen“, erklärt Dr. Molnar. Bei medizinischen Indikationen wie Muskelkontrakturen wird die Dosierung entsprechend angepasst, um den gewünschten therapeutischen Effekt zu erzielen. Grundsätzlich bleibt die zentrale Wirkweise dieselbe: Muskelrelaxanz – also die gezielte Entspannung überaktiver Muskulatur.
Hyaluronsäure: Volumen ja, aber mit Bedacht
Im direkten Vergleich zu Botulinumtoxin wirkt Hyaluronsäure anders: Sie wird als Flüssigkeit unter die Haut eingebracht, zieht dort Wasser an und wirkt wie ein Kissen, das Volumen aufbaut oder Falten auffüllt. Das klingt zunächst unkompliziert – doch Dr. Molnar weist auf eine wichtige Einschränkung hin, die durch aktuelle Studienlage belegt wird.
Wer über viele Jahre regelmäßig Hyaluronsäure erhält, riskiert, dass der Körper die Substanz irgendwann nicht mehr vollständig abbaut. Die Folge kann ein sogenanntes „Puffy-Gesicht“ sein – ein aufgedunsenes, wässriges Erscheinungsbild, das unnatürlich wirkt. Genau das ist das Gegenteil dessen, was ästhetische Medizin erreichen soll. „Ästhetische Veränderungen sollten zum Menschen passen und nicht künstlich wirken“ – dieser Grundsatz zieht sich wie ein roter Faden durch die Praxisphilosophie von Dr. Molnar.
Drei Kernpunkte dieser Folge
- Botulinumtoxin hat ein breites Anwendungsspektrum – von der Faltenbehandlung über Hyperhidrose bis hin zu neurologischen Erkrankungen wie Spastiken.
- Die Dosierung entscheidet – in der Ästhetik werden Mikromengen eingesetzt, in der Medizin kann die Dosis je nach Indikation höher sein.
- Hyaluronsäure ist nicht immer die erste Wahl – bei langfristiger Anwendung kann es zu unerwünschten Effekten kommen. Verfahren, die nachweislich Kollagen oder Elastin stimulieren, sind für die Alterungsprozessverlangsamung oft sinnvoller.
Das Zitat der Folge
„Wenn man um Alterungsprozessverlangsamung redet, also wir möchten länger jünger aussehen, dann ist nicht Hyaluronsäuretherapie die erste Wahl, sondern tatsächlich Biostimulation.“
– Dr. Viktor Molnar
Jetzt reinhören
Folge 58 von Ästhetik on Air ist jetzt verfügbar. Hören Sie sich die vollständige Folge mit Dr. Viktor Molnar und Maximilian Demann an und erfahren Sie alles über die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten von Botulinumtoxin sowie den wichtigen Unterschied zur Hyaluronsäurebehandlung. Den Audio-Player finden Sie direkt auf dieser Seite.
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Zitate aus der Folge
Vollständiges Transkript
Automatisch generiert aus der Audio-Aufnahme
Intro (0:00)
Ästhetik on Air. Informatives, Wissenswertes und Aufklärung aus der Welt der Ästhetik mit Dr. Viktor Molnar von der Privatpraxis für plastische und ästhetische Chirurgie sowie Handchirurgie in Lahnstein.
Maximilian Demann (0:13)
Herr Dr. Molnar, wir haben in der letzten Zeit schon einiges über Hyaluronsäure gehört, über Botulinumtoxin, also Botox umgangssprachlich sozusagen genannt. Das Ganze wollen wir noch ein bisschen vertiefen, noch ein bisschen mehr drauf eingehen, weil das natürlich auch die Hörerinnen, die Hörer interessiert. Sie haben vor einiger Zeit schon über das Botulinumtoxin Botulinumtoxin erzählt, dass das zum Beispiel auch die Neurologen anwenden, wenn es um das Thema Migräne zum Beispiel geht. Wird Botulinumtoxin dann nur im Gesicht angewendet, im Kopfbereich, im Gesichtsbereich, oder kann man das auch woanders anwenden?
Dr. Viktor Molnar (0:45)
Genau, also Beispiele sind, also außerhalb vom Gesicht, zum Beispiel bei Spastikern. Also wenn jemand neurologische Erkrankungen hat und kann zum Beispiel den Arm nicht mehr strecken, also Ellenbogen nicht strecken, dann kann man diese Muskeln mit dem Toxin lahmlegen, dann kann man wieder strecken. Also pflegerisch ist das dann einfacher. Oder ganz klassischerweise Achselschwitzen oder natürlich auch Handschwitzen. Wobei Hand ist schon dann ein bisschen unangenehm, weil dann muss man sehr viel pieksen. Aber Schwitzen kann man damit reduzieren. Also dort, wo Botox drin ist, Stirn, also man kann es auch so indirekt erfahren, ob jemand Botox in der Stirn hat im Sommer. Wenn er sonst überall schwitzt, aber nicht in der Stirn, also im Stirnbereich, dann hat der oder sie ein Botox drin, weil dann schwitzt man weniger tatsächlich.
Maximilian Demann (1:32)
Das heißt, weil Sie jetzt auch gerade beschrieben haben, zum Beispiel für Spastiker, wenn man, man legt dann den Muskel lahm, sozusagen, kann man das so, so platt formulieren?
Dr. Viktor Molnar (1:42)
Das ist ja eigentlich ja ein Gift tatsächlich, und die Menge für die Mimik ist ja Mikrobereich, also wirklich kleiner als ein Tropfen, Wassertropfen. Und wenn man das hochdosiert, gerade so, ich sag mal so, Bizeps, also Bizeps-Ellenbogen-Kontraktur, Da muss man höher gehen mit der Dosierung und dann kann dieser Muskel wieder gestreckt werden.
Maximilian Demann (2:03)
Ist das die einzige Wirkung, die Botulinumtoxin hat, oder gibt es da auch noch andere?
Dr. Viktor Molnar (2:08)
Bis auf dieses Zusätzliche, dass wir weniger schwitzen, eigentlich die Poren können sich verbessern, also eigentlich in der Ästhetik für die Hautqualität schon sehr viele positive Aspekte. Aber klar, grundsätzlich geht es um Muskelrelaxanz.
Maximilian Demann (2:23)
Und wenn wir da jetzt noch mal die Hyaluronsäure gegensetzen, die macht das ja dann nicht. Die macht dann was genau?
Dr. Viktor Molnar (2:29)
Das müssen Sie sich so vorstellen, dass ich so einen kleinen Tropfen Flüssigkeit unter die Haut spritze und diese Flüssigkeit zieht Wasser an wie ein Kissen, wie ein Schwamm. Und dadurch drückt er Volumen oder die Falte halt raus. Nachteil von dem ist, das kennen wir jetzt seit Kurzem, es gab mehrere Studien, die belegen, wenn man jahrelang Hyaluronsäure bekommt, weil eigentlich geht man ja davon aus, dass Hyaluronsäure auch nach etwa 4, 6 Monaten abgebaut wird. Und das stimmt ja auch. Aber wenn eine Person jahrelang Hyaluronsäure bekommt, dann irgendwann mal interessiert den Körper das nicht und baut es nicht ab. Und dann bekommt man dieses unschöne Puffy-Gesicht. Also ich will jetzt keinen Namen nennen, aber sicherlich kennt jeder eine oder andere in Deutschland oder auch in den USA, der so ein sehr aufgedunsenes, wässriges Gesicht hat. Wo man das Gefühl hat, ich kann jetzt meinen Finger da reinstecken und das verschwindet da quasi in Schwamm. Das ist dieses Puffy-Gesicht, das möchte man nicht. Und deshalb habe ich schon mehrfach gesagt, Wenn man um Alterungsprozessverlangsamung redet, also wir möchten länger jünger aussehen, dann ist nicht Hyaluronsäuretherapie die erste Wahl, sondern tatsächlich Biostimulation, Radiesse, Ultherapie oder andere Verfahren. Und da sage ich auch gleich Sculptra zum Beispiel oder Radiofrequenz. Also es muss, wir müssen irgendein Verfahren oder Substanz nehmen, der nachweislich Kollagen oder Elastin produziert.
Outro (3:48)
Das war Ästhetik on Air mit Dr. Viktor Molnar von der Privatpraxis für plastische und ästhetische Chirurgie sowie Handchirurgie in Lahnstein. Weitere Infos unter dr-mollner.de.